Thursday, April 26, 2012

Keep calm and swim on



Wer hätte das mal gedacht - dass Sport doch mal mein Ding wird.

Ambitionen zum Sport habe ich sehr oft gehabt. Vieles versucht, ob draussen oder drinnen, doch gehalten hat es nie lange. Joggen, Walken, Fahrrad, Fitness....nichts hat mich wirklich so überzeugt, dass es lange gefruchtet hätte.

Schwimmen habe ich schon immer gerne gehabt. Doch je älter man wurde, umso schwerer fiel der Gang ins Schwimmbad. Ausziehen, Anziehen, Duschen, Haare nass, wie sehe ich bloss danach aus, zu dick, zu dünn, blöde Badekappe, macht mich hässlich...ach nee, irgendwie doch alles zu umständlich.  Also wurde das Schwimmen auf den Urlaub am Strand und mehr auf's Planschen reduziert.

Aber nu' die Revolution. Dank Pinienbaum junior musste ich mindestens 1x die Woche die Chlorluft des Schwimmbads einatmen und musste neidvoll zusehen, wie toll diese jungen Hüpfer die Bahnen ziehen. Schleichend, sehr schleichend machte sich eine Lust in mir breit, doch mal wieder meinen dicken Zeh ins Schwimmbecken einzutauchen. Aus dem schleichenden Gefühl wurde schnell eine rasende Idee und eh ich mich versah, war ich angemeldet.

Nun ging es los und sogar ein Lehrer sollte mir zur Seite stehen. Wozu der gut war, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich nachvollziehen. Schliesslich konnte ich mich doch über Wasser halten. Wie sehr ich mich irrte!

Mit hektischen Arm- und Beinschlägen sprang ich ins Wasser und lernte aber doch sehr schnell, dass in der Ruhe die Kraft liegt, besonders im Wasser. Es kommt nicht darauf an schnell nach vorn zu preschen, sondern jeden einzelnen Zug sorgfältig bis zum Ende auszuführen.

Für die Olympischen Spiele reicht die Zeit nicht mehr aus, aber trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen mich von diesem wunderbaren Video, das Michael Phelps beim "Butterfly" zeigt, zu inspirieren.



Sieht das nicht toll aus???

Also los, packt die Badekappe ein und lasst uns ein paar Bahnen ziehen - denn Schwimmen traniert nahezu alle Muskeln, macht Spasst und hält jung.

Eure hochmotivierte Annie

Saturday, April 21, 2012

Porto Covo

Wie ich schon in meinem vorherigen Post berichtet habe, bin ich der quirlige Part der Familie und diejenige, die es nie lange zu Hause aushält. Daher war Mr. Pinienbaum erstaunt, als ich auf seine Idee hin, über die Osterfeiertage wegzufahren, nicht in Begeisterungsstürme ausgebrochen bin. Nach einer etwas stressigen Woche war mir nur einfach danach, ein paar ruhige Tage mit dem "Nichtstun" zu verbringen. Da es sich jedoch nicht lediglich um eine Idee handelte, sondern der Kurzurlaub schon festgebucht wurde, musste ich mich dem beugen und etwas "missmüstig" meine Reisetasche packen.

Die Reise ging an die vicentinische Küste, genauer gesagt - nach Porto Covo - einem kleinen Fischerort südlich von Sines im Alentejo "das Land jenseits des Tejo".

In Porto Covo habe ich schon mehrmals mein Urlaub verbracht, zwar schon etwas länger her, doch als wir ankamen, war mir dieses Dörfchen sofort vertraut und ich fühlte mich sehr heimisch.
Wie auch schon damals, traf mich diese unberührte Natur wie eine Wucht und verschlug mir den Atem. Die Felsen fallen fast senkrecht ins Meer ab und die Küstenlandschaft wird immer wieder von kleinen Sandbuchten unterbrochen. Seltene Vogelarten finden perfekte Brutbedingungen in der Steilküste und an den Klippen kann man tolle exotische Pflanzen entdecken. Zoologen und Biologen kommen also hier ganz und voll auf ihre Kosten. Gut, dass wir unser Fernglas dabei hatten.

























Der Dorfkern erstrahlt mit seinen kleinen, niedrigen weiss gekalkten Häusern, die alle einheitliche rote Türen und Fensterläden haben. Jedes Jahr werden die Häuser mit weissem Kalk neu angestrichen, damit die typische Note des Alentejo erhalten bleibt. Das Auge kann sich gar nicht satt sehen.














Auch kulinarsich kamen wir unsere Kosten. Genau in Porto Covo habe ich ich damals "Perceves" gegessen.. Die deutsche Übersetzung lautet "Entenfüsse", tatsächlich haben Perveces aber nichts mit Enten zu tun, sondern sind eine Meeresfrucht.



Diesmal waren es keine Perceves, aber dafür eine leckere "Feijoada de Búzios" (Bohnengericht mit "Muscheln"). Ein sehr leckeres, aber sehr sättigendes Gericht -für den Sommer nicht unbedingt empfehlenswert - zu der aktuellen Jahreszeit durchaus vertretbar.













Zur  Ilha do Pessegueiro konnten wir leider nicht besuchen, da die Bootsfahren nur im Sommer stattfinden. Die Insel bietet zusätzlich sehr gute Bedingungen für die Sportfischerei und das Surfen.

Der portugiesische Sänger Rui Veloso erzählt in einem Lied von einer unglücklichen Liebe, die ein Ende auf dieser Insel gefunden hat.

Mit dem Wetter hatten wir einen Riesenglück. Während im Norden Portugals gestürmt hat, konnten wir nach einem langen Spazier- und Strandtag auf der Terrasse unserer Unterkunft den Abend ausklingen lassen.

Viel zu schnell ist der kurze Urlaub zu Ende gekommen. Mit neuer Energie, gesunden roten Wangen und innerlichen Frieden haben wir uns von Porto Covo verabschiedet.

Alentejo ist ein wunderbares Ziel, um einfach nur die Seele baumeln zu lassen und das haben wir getan.

Seid herzlichst gegrüsst,
Eure Annie